Die Piraten AG

By | 15. April 2012

Somalia PiratenSie machen die Weltmeere unsicher, besonders vor der Küste Somalias. Nie zuvor waren Piraten so gefährlich, über 500 Schiffen überfallen sie im Jahr 2010 weltweit. Ihre Hochburg ist die Küste von Somalia, dort sind die Piraten wie ein Weltkonzern organisiert inklusive eigene Piratenbörse. Alles hat fast vor 20 Jahren angefangen, Somalia versank im Chaos, vor der somalische Küste tauchten Hightech Fischfangflotten aus Amerika, Europa und Asien auf. Die Mega Fischfangflotte fischt ohne Rücksicht auf Fangquoten Gewässer leer und hinterlässt noch Giftmüll. Somalische Fischer haben sie sich stark gewehrt, besetzten erste Schiffe, plötzlich wurde ihnen für die Rückgabe Geld geboten und so ist neue Einnahmequelle geboren. Damit sie etwas überzeugender auftreten konnten, nahmen sie bald Söldner und Ex-Soldaten aus Hauptstadt Mogadischu auf Kaperfahrt. Das sind die Waffen-Spezialisten, Geschäft lohnt sich für alle, wer auf Geiseln aufpasst bekommt 20.000 Dollar. Top Verdiener ist der Springer, der Pirat welche erste an der Bord geht, er bekommt 120.000 Dollar. Seit die Reedereien begonnen haben bewaffnete Söldner auf ihren Schiffen zu stationieren, sehr gefährliches Job. Stirbt der Springer bei der Aktion, bekommt seine Familie 200.000 Dollar.

Aber Regeln sind klar: 50% der Beute bekommt Geldgeber, meistens korrupte Politer, Islamisten, Bandenchefs. Die besorgen Geld, Waffen und planen die Aktionen. Doch man fragt sich warum die Schiffe die Gewässer von Somalia nicht meiden.? Antwort ist ganz einfach, wenn Schiff ganz Afrika umgehen muss, ist Ladung mindestens zehn Tage länger unterwegs, kostet auch mehr Spritgeld. Darum gehen die Reedereien das Risiko ein. Doch geschäftliches Risiko lässt sich absichern, da kommen die Versicherungen im Spiel. Die Preise für solche Versicherungen haben sich in den letzten Jahren verzehnfacht, inzwischen kostet sie bis zu 50.000 Euro pro Fahrt durch Piraten- Gewässer.

Experten haben errechnet, dass sich die Lösegeldzahlungen verzehnfachen müssen, um das Geschäft der Versicherungen zu kippen. Wahrscheinlich verdienen die Versicherungen mehr an der Piraterie als die Piraten selbst.

Ein voller Tanker und seine Mannschaft kommen für 3 Millionen Dollar frei, Ladung ist für Piraten wertlos. Somalia hat keine Anlagen, Öl aus dem Schiff zu pumpen. Gespräche mit Reedereien führen Experten, meistens Somalis die in Ausland gelebt haben, die beherrschen englische Sprache, sind Leute mit Erfahrung. Die wissen das Tanker voll Öl am Weltmarkt über 200 Millionen Dollar Wert ist. Für die Rückgabe des Schiffes und die Freilassung der Mannschaft werden hohe Summen bezahlt, pro Jahr (Experten- Schätzung) fließt mehr als 200 Millionen Dollar nach Somalia.

Sobald sich die Entführer in Hamburg oder London bei einer Reederei melden, klingeln auch woanders die Kassen. Unterhändler, die Ex-Soldaten oder Agenten die sich auf Piraten- Verhandlungen spezialisiert haben.

Unterhändler profitieren von Entführung mehr als jeder einzeln Pirat. Für ein paar bewaffnete Söldner und ein Hubschrauber für Geldübergabe müssen Reedereien mehrere hundert Tausend Dollar bezahlen, die Leute nennen sich Sicherheitsexperten, aber tatsächlich profitieren die nur von unsicheren Somalia- Gewässer. In Haradhere gibt sogar eine Piraten- Börse. Jeder kann Anteile kaufen, gegen Bargeld oder Sachspenden als Gewehre oder Raketenwerfer. An der Börse beschaffen Piraten Geld und Material was sie für Kaperfahrten benötigen. 20.000 bis 30.000 Tausend Dollar kosten Schnellboote, Waffen, Munition, GPS Geräte, Sprit. Piraten- Geschäft funktioniert tadellos, als richtige Piraten AG.

Die goldenen Zeiten sind vorbei

Die Präsenz der multinationalen Atalanta Mission zeigt Erfolge. Seitdem die Streitkräfte das Mandat haben, auch Piratenstützpunkte an Land anzugreifen, geht die Zahl der Angriffe zurück. Am 15. Mai beschoss die Atalanta Mission Lagerplätze der Seeräuber, seitdem wurde kein Schiff mehr entführt. Viele Piraten haben auch Schulden angehäuft, weil sie in der Hoffnung auf schnelle und leichte Beute Angriffsboote und Benzin auf Pump gekauft hatten. Sie leben nun in ärmlichen Hütten und verstecken sich jetzt vor ihren Gläubigern. Die Schiffe sind jetzt auch besser ausgerüstet: mit bewaffneten Sicherheitsmännern, Stacheldraht an der Reling, Wasserkanonen und Schutzräumen, in denen die Besatzung im Notfall Zuflucht finden kann.

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