Wie gefährlich sind die Biohacker?

By | 28. Dezember 2009

Biohacker GefahrIn Anlehnung an den durch die Medien einschlägig bekannten Hacker, ist der sogenannte Biohacker wohl eher als ein Mitglied des biomedizinischen Untergrunds zu sehen, der sich mit Biotechnologie und seinen Produkten, bzw. biomedizinischen Prozeduren und Drogen auseinander setzt. Dabei reicht dieser Personenkreis von hochgebildeten Akademikern bis hin zu Jugendlichen, die szenetypisch Bakterienstämme in ihren heimischen Kellern kultivieren. Etwas sachlicher kann man Biohacking als die Manipulation von biochemischen Pfaden, zellulärer Organisation, DNA oder physiologischen Systemen betrachten, um möglichst ein neues und innovatives Resultat zu erlangen. Bei dieser Art von Biohackern findet sich hier häufig ein Personenkreis, der aus interessierten Laien besteht und sich mit den verschiedensten biochemischen oder medizinischen Aspekten auseinander setzt. Dabei ist deren Vorgehen als wertfrei zu betrachten. Erlangte Resultate können dem Menschen nützen, schaden oder auch keinerlei bedeutsame Auswirkungen haben. Die Bezeichnung Biohacker ist unter anderem auch als umgangssprachliche Beschreibung für einen Genetic Engineer anzuführen. Diese arbeiten mit der gezielten Manipulation von genetischem Material und versuchen hierzu, individuelle DNA Fragmente zu isolieren, diese mit anderem genetischem Material zu verbinden und dazu zu bringen, sich zu replizieren. Diese Biohacker bzw. Genhacker setzen sich in aller Regel beruflich mit diesen Arbeiten auseinander und bringen eine entsprechende akademische Ausbildung mit sich. Zu ihren Zielen gehören u.a. die Bekämpfung von Erbkrankheiten oder anderen Krankheiten wie Krebs, Bluthochdruck, Diabetes und Alzheimer. Es gehören aber auch Bereiche wie Klonung, die Stammzellenforschung oder das Ausstatten von Pflanzen und Nutztieren mit entsprechenden nutzbringenden Merkmalen.

Es stellt sich die Frage, inwieweit man als heimischer Benutzer mit den auf dem Markt erhältlichen Equipment selber Anwendungen zur Manipulation und Steuerung bestimmter biologischer Prozesse realisieren kann. Im informationstechnischen Bereich ist die Analyse, Erstellung und Manipulation von Programmcode schon längst nichts mehr besonderes. Es ist jedoch augenfällig. dass gewisse Aspekte der Genetik Ähnlichkeiten aufweisen, wie man sie im Bereich der Informationtechnologie finden kann. Welche Möglichkeiten hier existieren, ist hier noch zu klären. Werden genmanipulierte Organismen freigesetzt, sind vor allem die langzeitlichen Auswirkungen nicht abschätzbar. Zu leicht kann es passieren, daß unkontrolliert und ungewollt Organismen entstehen, die über unerwünschte und gefährliche Eigenschaften verfügen. Auch als Bio-Hacker unterliegt man einer Ethik. Es gibt Grenzen bei dem Spiel mit der Schöpfung. Wer auf hingewiesene Gefahren und Risiken keine Rücksicht nimmt, ist auch entsprechend der IT als Biocracker und somit als kriminell zu bezeichnen.

Längst gibt es Menschen, die davon träumen, im Keller ihr eigenes Virus zu bauen. Und die Träume könnten sich bald erfüllen, dank rassanter Fortschritte in der Biologie. Biohacker profitieren von der Tatsache das Viren extrem primitive Wesen sind. Sie bestehen nur aus einem Stück Erbinformation in Form DNA Moleküls, umgeben von einer Hülle aus Eisweißen und Fetten. Viren brauchen keine Nahrung oder Energie, sie können sich nicht von allein bewegen und nicht einfach sich vermehren. Viren kapern die Zellen, bringen ihre eigene DNA in den Zellkern und zwingen die Zelle neue Viren zu produzieren, bis sie platzt. Angesichts so einer primitiven Existenz streiten sich Experten, ob Viren überhaupt Lebenwesen sind. Weil Viren so primitiv sind ist ihre Erschaffung im Labor möglich geworden. Eckard Wimmer von der SU New York hat es 2002 als Erster geschafft. Ihm gelang in wenigen Schritten das Polio Virus nachzubauen, den Erreger der Kinderlähmung. Und der Nachbau war so leicht, dass Ersetzen beim Experten ausbrach. Denn Wimmers Arbeit könnte einem Biohacker als Vorbild dienen.

Das Pockenvirus ist sehr grösser und komplizierter, aber in den nächsten Jahren wird die Synthese möglich sein, dank den grossen Fortschritte in Biologie. Wenn Terroristen zehn Menschen mit Pockenvirus infizieren erkranken in 180 Tagen 2,2 Millionen, mehr als 30% sterben. Die Australischen Forscher Ron Jackson und Ian Ramshaw experimentieren 2001 mit Mousepocken Viren, sie setzen ihnen ein zusätzliches Gen ein. Wenn ein Maus infiziert wurde, produziert ihre Zellen nicht nur Viren sondern auch ein Stoff, der das Immunsystem abschaltete. Für einen Biohacker wäre es leicht dieses Experiment zu kopieren. Biohacker Szene Experten vergleichen heutzutage mit Computer Hackerszene Anfang 80-er Jahre. Über Webseite dnahack.com tauschen die Amateurgenetiker Tipps und Tricks aus. Niemand kann ahnen, welche schrecklichen Erreger eines Tages aus einem Do-it-yourself Labor ausbrechen.

Um Polio Virus in die Welt zu setzen braucht Biohacker den Bauplan des Virus, den genauen Aufbau des Erbmoleküls. Und den bekommt von der Website National Center for Biotechnology Information, aus dieser Datenbank darf sich jeder die Zusammensetzung jedes Gens herunterladen. Selbst die Erbinformation von tödlichen Viren darf man sich zusammensuchen. Diese Datenbank ist für Biohacker dass, was für Computer Hacker Hacksoftware. Wer in eigenen Garage agieren will, muss noch etwas Geld investieren. Entscheidende Gerät für jeden Biohacker ist DNA Synthesizer, eigentlich nichts anders als Zusammensetzer für DNA., auch bei eBay erhältlich für 3000 bis 5000 Dollar. In diesen Gerät gibt man die im Internet gefundenen Infos ein, und das Gerät produziert echte DNA Moleküle, egal ob das Gen zu Polio Virus, Pocken Virus oder einem Menschen gehörte. Jede DNA basiert auf 6 Bausteinen: vier organischen Basen (Adenin, Cytosin, Guanin und Thymin) dazu ein Zucker und Phosphorsäure. Aus Kartuschen kann sich der DNA Synthesizer die Bausteine herausnehmen und wie Legos zusammensetzen. Die ersten Schritte kann man in die Biohacker Szene noch billiger machen mit DNA Explorer Kit von Discovery Channel für nur 29,95 Dollar. Das ist eine Art Bio Chemie Baukasten für Kinder, in der Szene ein Geheimtipp. Biohacker können Moleküle auch online bestellen. Vor weniger Wochen orderte der britische Guardian Journalist James Randerson beim den Unternehmen VH Bio Ltd einen Teil der DNA des Pocken Virus. Wenige Tage später würde die Bestellung per Post für 40 Pfund abgeliefert. Jetzt, wo wir die Bruchstücke der Polio DNA haben, kommt der schwierigste Teil. Wir müssen die Teile zu einem einzigen Riesenmolekül zusammenkleben und das dann noch einigen sehr komplizierten Bearbeitungsschritten unterziehen. Nach Experten Meinung ein Mensch allein schafft das nicht, aber ein Team von drei bis vier forgeschrittenen Studenten könnte es hinbekommen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.