Serpico jagt Italiens Steuersünder

By | 16. Juni 2012

Serpico SupercomputerItalien setzt nun auf das Überwachungsprogramm Serpico, Computerprogramm das jedes Bankkonto überwacht und jede Ausgabe registriert. Italien sitzt auf einem riesigen Schuldenberg, und jeder Fünfte hinterzieht Steuern. Die Finanzkontrolle ist total. Serpico besteht aus 2.000 Servern. Sie sollen die italienischen Bankkonten durchsuchen, pro Sekunde speichert der Rechner zirka 22.000 Files. Zur selben Zeit werden die Information analysiert, zugeordnet und abgespeichert, mehrere Hundert Terabyte. Seit Jahren soll der Rechner schon die Bankkonten inklusive Kunden überwachen, das Bankgeheimnis bleibt dabei ab sofort auf der Strecke. Und bisher schweigt die italienische Regierung und gibt keine wirklich brauchbaren Details preis. Italien Supercomputer kann alles durchsuchen. Er kann in jedes Bankkonto, in die Unterlagen des Katasteramts, der Kraftfahrzeugverwaltung, der Renten- und Autoversicherungen einsehen. Geldfluss wird registriert. Und damit die Italiener nicht mehr heimlich, also mit Bargeld zahlen, dürfen pro Kauf oder Vertrag nur noch maximal 1000 Euro in bar ausgegeben werden. Alles was teurer ist muss per Überweisung, Scheck oder Kreditkarte abgewickelt werden. Jeder Kauf wird gemeldet und die Steuernummer steht immer dabei.

Auf die Schnelle hat Serpico gleich mal 518 Besitzer von Privatflugzeugen und 42.000 Eigner von Booten mit mehr als zehn Meter Länge herausgefiltert, die jeweils weniger als 20.000 Euro Einkommen versteuert haben. Die müssen jetzt genau erklären, wie sie ihre Luft- und Wassermobile bezahlt haben. Gelingt das nicht überzeugend, drohen drastische Strafen.

120 bis 150 Milliarden Euro entgehen den öffentlichen Kassen alljährlich, weil jeder fünfte Italiener nicht steuerehrlich ist. Das ist mehr als ein Drittel der gesamten Steuereinnahmen des Landes. Es würde reichen, die Zinsen für die gewaltigen Staatsschulden zu begleichen, die in diesem Jahr die Zwei-Billionen-Grenze erreichen sollen.

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