NSLU2 als Recorder für DBox

By | 15. März 2010

NSLU2 als DBox RecorderBei der NSLU2 handelt es sich um ein NAS Gerät, hergestellt wird NSLU2 von der Firma Linksys. Der Name bedeutet Network Storage Link for USB 2.0. Aufgrund der Möglichkeit, auf der NSLU2 ein alternatives Linux zu installieren und sie so in einen vollwertigen Server zu verwandeln, besitzt sie eine große Fangemeinde. Unter NSLU2 Fans wird auch oft vom Slug, engl. Nacktschnecke gesprochen. In dem kleinen Gehäuse befindet sich das Mainboard mit einem ARM-Prozessor von Intel (XScale IXP420). Die Größe des Arbeitsspeichers beträgt 32 Megabyte RAM, für das Betriebssystem stehen 8 Megabyte Flash Speicher zur Verfügung. Das Gerät besitzt zwei USB-Anschlüsse für USB Sticks oder Festplatten, sowie einen 100 MBit Netzwerkanschluss. Derzeit existieren zwei Varianten der NSLU2. Anfangs wurde der Hauptprozessor mit 133 MHz getaktet, neuere Geräte laufen mit 266 MHz. Der Hauptprozessor ist bei beiden die gleiche und laut Datenblatt auf 266 MHz ausgelegt. Es existieren Anleitungen, nach denen durch einen Eingriff in die Hardware die Taktfrequenz älterer Varianten erhöht werden kann.

Mehr Möglichkeiten können durch Installation eines alternativen Linux erreicht werden. So kann dann die NSLU2 unter anderem als Mailserver, SMB-Server, NFS-Server, VPN-Server, Asterisk-Telefonanlage, Webserver mit PHP oder Printserver genutzt werden. Auch besteht dann die Möglichkeit, durch Nutzung eines USB Hub weitere Peripherie wie Drucker, Webcams, Tastaturen, Festplatten etc. anzuschließen. Diese Serverlösung hat auch den Vorteil, besonders wenig Strom zu verbrauchen ca. 4-5 Watt im Betrieb (ohne extern Geräte).

Die DBox war der erste DVB-fähige Receiver, der in sehr großen Mengen produziert und im deutschsprachigen Raum vermarktet wurde. Zunächst hatte der Bezahlfernsehanbieter DF1 die Firma Nokia mit der Entwicklung und Produktion beauftragt, später nutzten auch Premiere, die Deutsche Telekom und der ORF die DBox als technische Plattform für das eigene Programm. Nachdem Kirchs DF1 mit Premiere fusionierte, konnte der Decoder gegen eine Gebühr (in Verbindung mit einem Abonnement) gemietet werden. Nach der Fusion bekamen nun auch andere Hersteller wie Philips und Sagem Lizenzen, um eine Set-Top-Box mit dem Markennamen DBox zu produzieren. Dies beschränkte sich jedoch nur auf den Nachfolger, DBox2. Dank findiger Tüftler und der Tatsache, dass die DBox2 über eine 66 MHz Power CPU verfügt, lässt sich seit einigen Jahren die DBox2 auch unter Linux mit entsprechenden Benutzeroberflächen betreiben.

Im Vergleich zu anderen Set-Top-Boxen ist der Wertverfall bei DBoxen sehr langsam, in diversen Online-Auktionshäusern recht hohe Preise gezahlt werden. Dies ist auch darauf zurückzuführen, dass die Geräte auch mit alternativen Betriebssystemen bestückbar sind, die die technischen Möglichkeiten der Geräte wesentlich besser ausnutzen können, was für viele Nutzer ein Kaufargument darstellt. Die weitere Entwicklung ist bzw. war maßgebend von diesen alternativen Betriebssystemen gekennzeichnet. Das wird unter anderem daran deutlich, dass unzählige Webseiten und Foren entstanden sind, die sich zum Teil sogar nur auf diese Geräte spezialisiert haben.

Voraussetzungen für NSLU2 Digitalrecorder

  • NSLU2 von Linksys mit Firmware uNSLUng-beta 6.10, nur herunterladen.
  • Putty unter Windows installieren als Telnet oder SSH Client
  • WinSCP unter Windows installieren als SFTP Client
  • Notepad ++ unter Windows installieren als Editor
  • Netzwek Tool mii-diag für Netzwerkdiagnose, nur herunterladen.

Zuerst wird über das Admin-Oberfläche die neue Firmware (uNSLUng-beta 6.10) eingespielt. Das funktioniert über Menu Upgrade. Danach müssen wir eine Telnet Session zulassen (auch über Menu, Enable/Disable Telnet).

Starten Sie NSLU2 ohne angeschlossener Festplatte. Rufen Sie jetzt im Browser unter Angabe der IP nebst des eventuell von Euch neu eingestellten voreingestellten Ports folgende URL auf:
http://192.168.1.77:8080/Management/telnet.cgi
Hier werdet Ihr nach dem Adminpasswort gefragt. Sollte das nicht verstellt sein, dann lautet es werkseitig admin:admin. Jetzt könnt Ihr bequem auf einen Button klicken, um die Telnetsession zu „enablen“ (aktivieren).

Richtet ein Profil für die NSLU2 im Putty ein (in der Konfiguration telnet anklicken, die IP der Slug eintragen und als neues Profil mit einem Namen -z.B. nslu2 – abspeichern) und legt eine Verknüpfung an. Diese erweitert Ihr mit dem Parameter -load [profilname] , also unter Windows mit unserem nslu2 Profil z.B. putty.exe -load nslu2 . Dann genügt ein Doppelklick auf die Verknüpfung und Ihr habt schon eine Telnetverbindung zum gewünschten Client vor Euch auf dem Bildschirm.

Jetzt USB Stick oder die Festplatte wieder anschließen, USB Port 2. Wartet nun ab, bis die Box die Festplatte als angeschlossen anzeigt (grünes LED an der Box, oder über das Web-Adminpanel). Jetzt seid Ihr in der Box schonmal drin. Damit nun das Betriebsystem auf die Festplatte ausgelagert wird (unslingen) geben Sie nun folgenden Befehl an der Putty Konsole ein:
/sbin/unsling disk 2
Danach kann hier sogar ein root-Passwort eingegeben werden, was dann für das System generell gilt. Wenn das Unslingen fertig ist das Gerät neu starten (reboot über Putty Konsole). Die Festplatte oder USB Stick bleibt am USB-Port2. Hat sich vielleicht uNSLUng beschwert über USB Disk Format, können Sie ihm formatieren unter AdminPanel.

Ruft in Eurem Browser das Administrationspanel auf und legt einen neuen User an (dbox), danach geht auf Administration – > System und entfernt die Haken vor:

  • Enable Guest Logins
  • Enable FTP-Server
  • Enable UPnP Support

Speichern und beenden. Festplatte oder zweites USB Stick an USB Port 1 anschließen, kontrollieren Sie in Admin Panel ob sie anerkannt wird. Zum Schluss updaten wir die Slug (Putty Konsole) gleich folgendes ausführen:

  • ipkg list
  • ipkg upgrade
  • ipkg busybox
  • ipkg nfs-utils
  • ipkg openssh
  • ipkg openssh-sftp-server

Jetzt kommt WinSCP in Einsatz, Programm starten, NSLU2 IP Adresse eingeben, Verbindung ist SFTP und als root anmelden. Verzeichnis – /opt/etc auswählen und mit Befehl Auswählen/Bearbeiten Datei exports öffnen und gleich Code unten einfügen.

/share/hdd/data/epg 192.168.2.51/255.255.255.0(rw,async,no_root_squash)
/share/hdd/data/record 192.168.2.51/255.255.255.0(rw,async,no_root_squash)
/share/hdd/data/swap 192.168.2.51/255.255.255.0(rw,async,no_root_squash)
/share/hdd/data/bilder 192.168.2.51/255.255.255.0(rw,async,no_root_squash)
/share/hdd/data/mp3 192.168.2.51/255.255.255.0(rw,async,no_root_squash)

IP Adresse 192.168.2.51 anpassen, hier soll IP Adresse von eurer DBox2 stehen, am Ende abspeichern. Verzeichnisse record, epg, mp3, bilder befinden sie sich auf Festplatte und müssen Sie die auch anpassen an Ihre Bedürfnisse.

Starten Sie Notepad ++, neue Dokument und fügen Sie folgendes Code ein.

# !/bin/sh
/opt/sbin/mii-diag ixp0 -p 1 -F 10baseT-FD
/opt/sbin/mii-diag ixp0 -p 1 -A 10baseT-FD

Dokument speichern Sie unter S96dboxfix ab und übertragen Sie ihm mit Hilfe von WinSCP in NSLU2 Verzeichnis /opt/etc/init.d, Datei-Rechte setzen Sie auf 755. Datei mii-diag übertragen Sie auch mit Hilfe von WinSCP zum NSLU2, Verzeichnis ist /opt/sbin, Datei-Rechte setzen Sie auf 777. Putty starten, IP Adresse von NSLU2 eingeben, Verbindungsart SSH auswählen, einloggen und mit reboot NSLU2 neue starten.

DBox Einstellungen

zum Aufnehmen:
/share/hdd/data
/mnt/movie
rw,udp,soft
nolock,rsize=16384,wsize=16384

zum Abspielen:
/share/hdd/data
/mnt/filme
rw,tcp,soft
nolock,rsize=16384,wsize=16384

Alles auch leicht einstellbar über DBox WebPanel, ihm erreichen Sie mit Webbrowser unter DBox IP Adresse, gültig für Neutrino und Enigma Image.

Tipps:
Am Ende wenn alles geklappt hat noch eine kleine Tipps. DBox Aufnahme ist leicht zu programmieren mit TV Browser inkl. DBox Plugin. Ausprobieren lohnt sich.

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